Spannende Einblicke in die Trinkwasseraufbereitung in Zobelsreuth

Spannende Einblicke in die Trinkwasseraufbereitung in Zobelsreuth

Woher kommt eigentlich unser Trinkwasser? Wie wird aus natürlichem Rohwasser sauberes und sicheres Trinkwasser? Und wie viel Wasser verbraucht jeder Mensch täglich? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bei einer Exkursion zur Trinkwasseraufbereitungsanlage Zobelsreuth der Stadtwerke Hof.

Insgesamt neun Klassen nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der regionalen Trinkwasserversorgung zu werfen und die Prozesse der modernen Wasseraufbereitung hautnah kennenzulernen.

Wissenswertes rund um das Hofer Trinkwasser

Zu Beginn der Führung wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Fehn und seinem Mitarbeiter Nico begrüßt. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde die Gruppe in zwei kleinere Gruppen aufgeteilt, um allen Kindern einen möglichst anschaulichen Einblick in die Anlage zu ermöglichen.

Der Einstieg erfolgte mit einer spannenden Rätselrunde. Dabei sollten die Schülerinnen und Schüler schätzen, wie viel Wasser ein durchschnittlicher Hofer täglich verbraucht. Die Auflösung überraschte viele: Rund 140 Liter Wasser werden pro Person und Tag in Hof genutzt. Gemeinsam wurde anschließend überlegt, wofür diese Wassermengen benötigt werden – vom Duschen und Zähneputzen über das Kochen bis hin zum Wäschewaschen oder der Toilettenspülung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Herkunft des Hofer Trinkwassers. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass das Wasser aus verschiedenen Gewinnungsgebieten stammt. Dazu gehören das Wassergewinnungsgebiet Weißenstädter Becken, das Wassergewinnungs- und Quellgebiet Konradsreuth sowie die Einspeisung der Fernwasserversorgung Oberfranken aus der Ködeltalsperre. Zusätzlich sorgen mehrere Hochbehälter in und um Hof dafür, dass die Bevölkerung jederzeit zuverlässig mit Trinkwasser versorgt werden kann.

Abb. 1: Schüler:innen hören gespannt Herr Fehn zu, wie er erläutert wie früher die Rohre der Stadt Hof aussahen

Moderne Technik für sauberes Trinkwasser

Im Anschluss ging es in die eigentliche Aufbereitungsanlage. Dort wurde erklärt, wie aus Rohwasser hochwertiges Trinkwasser entsteht. Besonders beeindruckend war für die Schülerinnen und Schüler die moderne Ultrafiltration, die in Zobelsreuth eingesetzt wird.

Bei diesem Verfahren wird das Wasser durch spezielle Membranen geleitet, die selbst kleinste Partikel und Verunreinigungen zurückhalten. Auf diese Weise können Bakterien und andere unerwünschte Stoffe zuverlässig entfernt werden. Rund 45 Liter Wasser pro Sekunde werden in der Anlage aufbereitet und für die Versorgung der Bevölkerung bereitgestellt.

Zusätzlich erfolgt am Ende des Aufbereitungsprozesses eine Desinfektion mittels UV-Licht. Die Mitarbeiter erklärten, dass früher häufig Chlor zur Desinfektion eingesetzt wurde. Da Chlor jedoch geschmacklich wahrnehmbar sein kann und moderne Verfahren heute effizientere Möglichkeiten bieten, setzt man in Hof inzwischen auf UV-Technologie. Obwohl die Ultrafiltration bereits nahezu alle Mikroorganismen aus dem Wasser entfernt, sorgt die UV-Behandlung für eine zusätzliche hygienische Sicherheit.

Abb. 2: die Anlage zur Trinkwasseraufbereitung wurde genauer erklärt und gezeigt

Frisch aufbereitetes Wasser direkt aus der Anlage

Ein besonderes Highlight der Führung war die Verkostung des frisch aufbereiteten Trinkwassers. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich selbst von der hohen Qualität des Hofer Trinkwassers überzeugen. Das Wasser wurde in Glasflaschen der Stadtwerke Hof bereitgestellt und stieß bei den Kindern und Jugendlichen auf große Begeisterung.

Als Erinnerung an den Besuch durften alle Teilnehmenden ihre Glasflasche mit nach Hause nehmen. So blieb nicht nur das neu erworbene Wissen, sondern auch ein praktisches Andenken an die Exkursion erhalten.

Blick in die digitale Steuerzentrale

Zum Abschluss der Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das Prozessleitsystem der Anlage. An mehreren Bildschirmen wurde gezeigt, wie die gesamte Trinkwasserversorgung überwacht und gesteuert wird. Die Mitarbeiter erklärten anschaulich, welche Informationen in Echtzeit erfasst werden und wie mögliche Störungen erkannt werden können.

Besonders interessant war dabei die Information, dass auch der kürzlich aufgetretene Wasserrohrbruch in Hof durch das System registriert wurde. Die moderne Überwachungstechnik ermöglicht es den Verantwortlichen, schnell auf Veränderungen zu reagieren und die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.

Abb. 3: das Prozessleitsystem wird hier am Computer erläutert

Ausbildungsberufe bei den Stadtwerken

Neben den technischen Abläufen der Trinkwasseraufbereitung wurden den Schülerinnen und Schülern auch die beruflichen Möglichkeiten bei den Stadtwerken Hof vorgestellt. Dabei erfuhren sie, welche Ausbildungsberufe es im Bereich der Wasserversorgung gibt und welche Aufgaben die Mitarbeitenden täglich übernehmen. So bot die Exkursion nicht nur spannende Einblicke in die Trinkwasseraufbereitung, sondern auch interessante Perspektiven für die spätere Berufsorientierung.

Die Exkursion nach Zobelsreuth zeigte eindrucksvoll, wie viel Technik, Fachwissen und Verantwortung hinter einer sicheren Trinkwasserversorgung stehen. Für die Schülerinnen und Schüler war der Besuch eine abwechslungsreiche Ergänzung zum Unterricht und eine wertvolle Gelegenheit, die Bedeutung von sauberem Trinkwasser und nachhaltiger Wasserversorgung aus erster Hand kennenzulernen.

Kontakt

Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V.
Dr. Birgit Alburg
Projektmanagement
birgit.alburg@wasser-energie.net

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