SPORE – Smart Sponge Region

Klimawandel in unserer Region

Klimatische Veränderungen sind insbesondere in den letzten Jahren auch in der Region Hof/Hochfranken/Oberfranken spürbar. Die Auswirkungen haben sich in den Jahren 2018 und 2019 gezeigt, als ausgeprägte Hitze- und Trockenzeiten zu teils massiven Problemen geführt haben: Die oberen Bodenschichten waren nahezu ausgetrocknet, den Pflanzen stand kaum noch Wasser zur Verfügung, oberflächennahe Quellen versiegten und es kam zu Versorgungsengpässen beim Trinkwasser. Dabei ist bereits seit 2002 in der Region kein signifikantes Auffüllen der Grundwasserspeicher mehr erfolgt, auffällig sind dagegen Jahre mit massivem Defizit der Grundwasserneubildung wie in 2003, 2014, 2015, 2018, 2019 und 2020. 

Wassermangel hat für alle Ökosysteme verheerende Folgen: Zum Beispiel konnte das Überleben der streng geschützten Flussperlmuschel nur dadurch gesichert werden, dass mittels Tankwagen die Wasserführung in den Bächen gestützt wurde und viele Exemplare umgesetzt wurden. Selbst vorausschauend getroffene Maßnahmen, wie zum Beispiel die Errichtung der Förmitztalsperre, die zur Niedrigwasseraufhöhung der Sächsischen Saale dient, kamen bereits an ihre Grenzen. Auch der Wald leidet. Wassermangel schwächt die Bäume und erhöht die Anfälligkeit gegenüber Sturmereignissen und Insektenbefall. Letzteres hat in Form von Borkenkäferbefall besonders im Frankenwald in den letzten Jahren zu extremen Verlusten für die Forstwirtschaft und das Ökosystem geführt. 

Es wird erwartet, dass Hitze- und Trockenperioden in Zukunft häufiger und ausgeprägter auftreten werden. Gleichzeitig nehmen aber auch Starkniederschläge zu. Starkniederschläge fließen überwiegend oberflächlich ab, weshalb sie kaum zur Grundwasserneubildung beitragen. Daneben führen sie häufig zu Erosionen des Oberbodens und führen immer schneller zu Hochwasserereignissen, wie 2021 in Selbitz spürbar. Ziel sollte es also sein, die Region so zu gestalten, dass das Wasser bei Starkregen aufgefangen werden  und dann für trockene Zeiten zur Verfügung stehen kann. Strukturen müssen geschaffen werden, die wie ein Schwamm wirken können. Dazu soll das Projekt SPORE beitragen.

Inhalt des Forschungsprojekts SPORE

In diesem 1,5-jährigen Vorhaben wird das Konzept der Smart Sponge Region entwickelt und auf die Klimawandelanpassung in der Region Hof/Hochfranken/Oberfranken angewendet. Mit dem Konzept der Smart Sponge Region soll der Erhalt der ökologischen Funktion, der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, die Ausgleichssteuerung zwischen Starkregen und Trocken-zeiten (Schwammregion) und die langfristige Sicherung der regionalen wirtschaftlichen Ent-wicklung für ländliche Regionen vorangetrieben werden. Das Konzept vereint Elemente der Digitalisierung, der Vernetzung zur intelligenten Steuerung von Wasserhaushaltselementen und Infrastrukturmaßnahmen. Insbesondere sollen digitale Lösungen und Anwenderfreund-lichkeit dieser Lösungen (Mensch-Maschine Schnittstellen) betont werden. Schließlich wird ein Leitfaden zur Umsetzung dieses Konzepts in anderen Regionen erstellt und es werden drei Anpassungsmaßnahmen mit pilotierendem Charakter als Projektskizzen ausgearbeitet. SPORE ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof (HHof) und dem Kompetenznetzwerk für Wasser und Energie e.V. (KWE). Im Projekt wird es weitere, regionale Partner geben, explizit ist die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) aufgeführt.

Gefördert wird das Projekt von der Wilo Foundation.

Gefördert durch: