Aquaponik

Aquaponik

Aquaponik ist ein zusammengesetztes Wort und kombiniertes Produktionsverfahren aus der Aufzucht von Fisch (Aquakultur) und der Nutzpflanzenkultur ohne den Einsatz von Erde (Hydroponik). Das grundlegende Prinzip ist die Nutzung von Reststoffen: Die Ausscheidungen der Fische und Futterreste aus der Fischzucht dienen den Nutzpflanzen (u.a. Gemüse, Kräuter) als Nährstoffe. Die Pflanzen reinigen dadurch das Wasser, welches dann für die Fische wiederverwendet werden kann. Gespart werden demnach maßgeblich Wasser, Dünger und Energie. Eine Aquaponik-Anlage verbindet daher die Erzeugung mehrerer Lebensmittel und arbeitet ressourcenschonender und deshalb nachhaltiger als die beiden Verfahren allein.

Kreislaufschema eines Aquaponiksystems © Harvey Harbach

Förderprojekt "Intensivierung der Umweltbildung"

Im Rahmen des Förderprogramms „Intensivierung der Umweltbildung in Bayern“ vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasser- und Energiemanagement (iwe) der Hochschule Hof konnten bereits zwei Aquaponikprojekte ermöglicht werden.

Aquaponikprojekt 1: Fisch und Gemüse - Nicht nur auf dem teller eine gute kombination

Unter dem Motto „Fisch und Gemüse – Nicht nur auf dem Teller eine gute Kombination“ wurde 2019 das erste Umweltbildungsprojekt durchgeführt. Dabei wurden zwei Aquaponik-Anlagen gebaut, die fortan als Anschauungsobjekte zu Lehr- und Infoveranstaltungen an der Hochschule Hof dienen.

Modellanlage an der Hochschule Hof ©Harvey Harbach

Die Modellanlage am Institut für Wasser- und energiemanagement (iwe)

Die Modellanlagen werden zahlreichen Interessentengruppen zur Verfügung stehen. Dazu gehören verschiedene Veranstaltungen wie die Kinder-Uni, Schulexkursionen und als Begleitprogramm zu Fachtagungen. Die Lehrinhalte und fachlichen Inhalte zum Thema werden dabei durch Dr. Harvey Harbach vom Institut für Wasser- und Energiemanagement vermittelt. Dr. Harbach ist an der Hochschule Hof Ansprechpartner für den Forschungsbereich Aquakultur und hat jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet von integrierter Aquakultur, wozu die Aquaponik zählt.

Auch in den nächsten Jahren wird an den Anlagen weitergearbeitet. Neben der Wissensvermittlung sollen verschiedene Projekte durchgeführt werden, um z.B. die Auswirkungen unterschiedlicher ökologischer Bedingungen auf Fisch- und Pflanzenwachstum zu untersuchen oder auch neue Technologien, z.B. Pumpen- und Filtertechnik, zu testen.

Aquaponikprojekt 2: Aquaponik für Anfänger - Fisch und Gemüse in der Schule

Unter dem Motto Aquaponik für Anfänger – Fisch und Gemüse in der Schule startetet 2021 das zweite Umweltbildungsprojekt zum Thema Aquaponik. Teilnehmer sind dabei drei sechste Klassen aus zwei Gesamt- und einer Realschule.

Die SchülerInnen betreuen eigenverantwortlich für vier Wochen eine Aquaponik-Modellanlage, unterstützt von ihrer Lehrkraft. Passend dazu gibt es eine Vorlesung, die die SchülerInnen auf ihre Aufgabe vorbereitet und ihnen das Thema Aquaponik näherbringt. Das Projekt geht aber noch einen Schritt weiter. Zusätzlich zur theoretischen Wissensvermittlung soll den SchülerInnen mit einem gemeinsamen Kochen gezeigt werden, wie einfach die Zubereitung von gesunden Mahlzeiten ist.

Ende des Jahres wird eine Abschlussveranstaltung für alle drei Klassen an der Hochschule Hof das Projekt abrunden. Das Projekt ermöglicht den SchülerInnen theoretische und praktische Kenntnisse zu Aquakulturverfahren und deren Vor- und Nachteile zu erlangen. Darüber hinaus wird ihnen, den zukünftigen Verbraucher und Konsumenten von Fisch und Fischerzeugnissen, die Möglichkeit gegeben, durch ihre Kaufentscheidungen zusätzlich auf Produktionsarten Einfluss zu nehmen. Sie werden befähigt, durch Nachfrage nach Fisch aus nachhaltigen Aquakulturverfahren deren Anteil an der gesamten Produktion positiv zu beeinflussen. Hinzu kommt der Umstand, dass generell der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Wasser vermittelt wird, da ein Kreislaufsystem, der allen Ökosystemen zugrunde liegt, hier anschaulich dargestellt wird.

Projektpartner